Bava Batra 18

Kapitel 18

א משגש ארחתיה דאימיה משמיה דר' אלעזר מאי דכתיב (ישעיהו נט, יז) וילבש צדקה כשריון לומר לך מה שריון זה כל קליפה וקליפה מצטרפת לשריון גדול אף צדקה כל פרוטה ופרוטה מצטרפת לחשבון גדול רבי חנינא אמר מהכא (ישעיהו סד, ה) וכבגד עדים כל צדקותינו מה בגד זה כל נימא ונימא מצטרפת לבגד גדול אף צדקה כל פרוטה ופרוטה מצטרפת לחשבון גדול
1 der den Anstand seiner Mutter verwirrte, im Namen R. Elea͑zars: Es heißt:<i>er legte Wohltätigkeit an wie einen Panzer</i>; dies besagt folgendes: wie bei einem Panzer die einzelnen Schuppen zusammen zu einem großen Panzer vereinigt werden, ebenso werden bei der Wohltätigkeit die einzelnen Peruṭas zu einem großen Betrage vereinigt. R. Ḥanina entnimmt dies aus folgendem:<i>und wie ein besudeltes Gewand sind all unsere Wohltaten</i>; wie bei einem Gewande die einzelnen Härchen zusammen zu einem großen Gewande vereinigt werden, ebenso werden bei der Wohltätigkeit die einzelnen Peruṭas zu einem großen Betrage vereinigt.
ב אמאי קרו ליה עולא משגש ארחתיה דאימיה דבעא מיניה רב אחדבוי בר אמי מרב ששת מנין למצורע בימי ספורו שמטמא אדם אמר לו הואיל ומטמא בגדים מטמא אדם
2 Weshalb heißt er ein Jüngling, der den Anstand seiner Mutter verwirrte? – Einst fragte R. Aḥadboj b. Ami den R. Šešeth, woher es zu entnehmen sei, daß ein Aussätziger während seiner Zähltage einen Menschen verunreinige. Dieser erwiderte: Wenn er seine Kleider unrein macht, so macht er auch Menschen unrein.
ג אמר ליה דילמא טומאה בחבורים שאני דהא הסיט נבילה דמטמא בגדים ואינו מטמא אדם
3 Jener entgegnete: Vielleicht ist es bei anhaftenden Dingen anders? So erfolgt auch beim Aase durch das Schütteln eine Verunreinigung der Kleider, nicht aber eine Verunreinigung eines Menschen.
ד אמר ליה ואלא שרץ דמטמא אדם מנלן לאו משום דמטמא בגדים אמר ליה שרץ בהדיא כתיב ביה (ויקרא כב, ה) או איש אשר יגע בכל שרץ אלא שכבת זרע דמטמא אדם מנלן לאו משום דהואיל ומטמא בגדים מטמא אדם אמר ליה שכבת זרע נמי בהדיא כתיב ביה (ויקרא כב, ד) או איש לרבות את הנוגע
4 Dieser erwiderte: Daß ein Kriechtier einen Menschen unrein macht, ist ja wahrscheinlich nur aus dem Umstande zu entnehmen, daß es die Kleider unrein macht. Jener entgegnete: Von einem Kriechtiere heißt es ausdrücklich:<i>oder wer irgend ein Kriechtier berührt hat</i>. – Aber daß der Samen einen Menschen unrein macht, ist ja wahrscheinlich zu entnehmen aus dem Umstande, daß er die Kleider unrein macht. Jener entgegnete: Auch vom Samen heißt es ausdrücklich:<i>oder ein Mann</i>, und dies schließt den Berührenden ein.
ה אהדר ליה בבדיחותא חלש דעתיה דרב ששת אישתיק רב אחדבוי בר אמי ואתיקר תלמודיה אתיא אימיה וקא בכיא קמיה צווחה צווחה ולא אשגח בה אמרה ליה חזי להני חדיי דמצית מינייהו בעא רחמי עליה ואיתסי
5 Dies entgegnete er ihm spottend. Da wurde R. Šešeth verlegen. Hierauf wurde R. Aḥadboj b. Ami stumm und vergaß sein ganzes Studium. Da kam seine Mutter zu ihm und weinte und schrie; er aber beachtete sie nicht. Da sprach sie zu ihm: Sieh doch diese Brüste, aus welchen du gesogen hast! Hierauf bat er für ihn um Erbarmen, und er genas.
ו ודאתאן עלה מנא לן כדתניא ר"ש בן יוחי אומר נאמר כבוס בגדים בימי ספורו ונאמר כבוס בגדים בימי חלוטו מה להלן מטמא אדם אף כאן מטמא אדם
6 Da wir nun dabei sind: woher ist dies zu entnehmen? – Wie gelehrt wird: R. Šimo͑n b. Joḥaj sagte: [Nach Ablauf der] Zähltage ist ihm das Waschen der Kleider vorgeschrieben, und [nach Ablauf der] absoluten [Unreinheit] ist ihm das Waschen der Kleider vorgeschrieben; wie er nun während dieser Menschen verunreinigt, ebenso verunreinigt er Menschen auch während jener.
ז אמר רבי אלעזר גדול העושה צדקה בסתר יותר ממשה רבינו דאילו במשה רבינו כתיב (דברים ט, יט) כי יגורתי מפני האף והחמה ואילו בעושה צדקה כתיב (משלי כא, יד) מתן בסתר יכפה אף [ושחד בחיק חמה עזה] ופליגא דרבי יצחק דאמר ר' יצחק אף כופה חמה אינו כופה שנאמר ושחד בחיק חמה עזה אע"פ ששוחד בחיק חמה עזה איכא דאמרי א"ר יצחק כל דיין שנוטל שחד מביא חמה עזה לעולם [שנאמר ושחד בחיק וגו']
7 R. Elea͑zar sagte: Wer heimlich Wohltätigkeit übt, ist größer als unser Meister Moše. Von unserem Meister Moše heißt es:<i>mir war bange vor dem Zorne und dem Grimme</i>, und von dem, der heimlich Wohltätigkeit übt, heißt es:<i>heimliche Gabe bezwingt den Zorn und ein Geschenk im Stillen heftigen Grimm</i>. Er streitet somit gegen R. Jiçḥaq, denn R. Jiçḥaq sagte: Er bezwingt nur den Zorn, nicht aber den Grimm, denn es heißt: <i>ein Geschenk im Stillen heftigen Grimm</i>, obgleich er ein Geschenk im Stillen [gegeben hat], so gibt es dennoch heftigen Grimm. Manche sagen, R. Jiçḥaq sagte: Ein Richter, der Geschenke annimmt, bringt heftigen Grimm über die Welt.
ח ואמר רבי יצחק כל הנותן פרוטה לעני מתברך בשש ברכות והמפייסו בדברים מתברך בי"א ברכות הנותן פרוטה לעני מתברך בשש ברכות דכתיב (ישעיהו נח, ז) הלא פרוש וגו' ועניים מרודים תביא בית וגו' כי תראה ערום וגו'
8 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Wer einem Armen eine Peruṭa gibt, wird mit sechs Segnungen bedacht, und wer ihn mit Worten tröstet, wird mit elf Segnungen bedacht. Wer einem Armen eine Peruṭa gibt, wird mit sechs Segnungen bedacht, denn es heißt: <i>daß du brichst &amp;c. und irrende Elende ins Haus bringst &amp;c. wenn du einen Nackten siehst &amp;c</i>.
ט והמפייסו בדברים מתברך באחת עשרה ברכות שנאמר (ישעיהו נח, י) ותפק לרעב נפשך ונפש נענה תשביע וזרח בחשך אורך ואפלתך כצהרים ונחך ה' תמיד והשביע בצחצחות נפשך וגו' ובנו ממך חרבות עולם מוסדי דור ודור תקומם וגו'
9 Wer ihn mit Worten tröstet, wird mit elf Segnungen bedacht, denn es heißt:<i>Spendest deine Seele dem Hungrigen</i><i>und labst das gebeugte Gemüt, so wird dein Licht in der Finsternis aufstrahlen und deine Dunkelheit wird wie die Mittagshelle werden; und der Herr wird dich beständig leiten und in der Dürre deine Seele sättigen &amp;c. Und aufgebaut werden durch dich die Trümmer der Vorzeit, und die Grundmauern vergangener Geschlechter wirst du wieder aufrichten &amp;c</i>.
י ואמר רבי יצחק מאי דכתיב (משלי כא, כא) רודף צדקה וחסד ימצא חיים צדקה וכבוד משום דרודף צדקה ימצא צדקה אלא לומר לך כל הרודף אחר צדקה הקדוש ברוך הוא ממציא לו מעות ועושה בהן צדקה
10 Ferner sagte R. Jiçḥaq: Es heißt:<i>wer Wohltätigkeit und Milde nachjagt, findet Leben, Wohltätigkeit und Ehre</i>. Sollte er etwa, weil er Wohltätigkeit nachjagt. Wohltätigkeit finden? Dies besagt vielmehr, daß, wenn jemand nach Wohltätigkeit jagt, der Heilige, gepriesen sei er, ihm Geld zukommen läßt, um damit Wohltätigkeit zu üben.
יא רב נחמן בר יצחק אמר הקדוש ברוך הוא ממציא לו בני אדם המהוגנים לעשות להן צדקה כדי לקבל עליהם שכרו לאפוקי מאי לאפוקי מדדרש רבה דדרש רבה מאי דכתיב (ירמיהו יח, כג) ויהיו מוכשלים לפניך בעת אפך עשה בהם אמר ירמיה לפני הקדוש ברוך הוא רבונו של עולם [אפילו] בשעה שכופין את יצרן ומבקשין לעשות צדקה לפניך הכשילם בבני אדם שאינן מהוגנין כדי שלא יקבלו עליהן שכר
11 R. Naḥman b. Jiçḥaq sagte: Der Heilige, gepriesen sei er, läßt ihn würdige Menschen finden, an ihnen Wohltätigkeit zu üben, damit er dieserhalb Belohnung erhalte. Dies schließt das aus, was Rabba vorgetragen hat, denn Rabba trug vor: Es heißt:<i>sie sollen vor dir straucheln, zur Zeit deines Zornes handle wider sie</i>. Jirmeja sprach vor dem Heiligen, gepriesen sei er: Herr der Welt, selbst zur Zeit, wenn sie ihren bösen Trieb beugen und deinethalben Wohltätigkeit üben wollen, laß sie durch unwürdige Leute straucheln, damit sie dieserhalb keine Belohnung erhalten.
יב רבי יהושע בן לוי אמר כל הרגיל לעשות צדקה זוכה הויין לו בנים בעלי חכמה בעלי עושר בעלי אגדה בעלי חכמה דכתיב
12 R. Jehošua͑ b. Levi sagte: Wer Wohltätigkeit zu üben pflegt, dem sind weise, reiche und gelehrte Kinder beschieden. Weise, denn es heißt: